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von peedee (Veröffentlicht am 29.08.2025)
Parallelen zweier Frauen
Die junge Kunsthistorikerin Gwen Morris reist im Auftrag ihres Grossvaters, der zugleich Chef des Auktionshauses Hill und Morris ist, in den Lake District, um Kunstwerke und Antiquitäten einer alten Freundin der Familie zu begutachten. Dort lernt sie David Bradford kennen, den Enkel der Besitzerin von Longdale Manor, der das Anwesen in ein Hotel umbauen will. Bei ihren Recherchen stösst sie auf ein einhundert Jahre altes Tagebuch von einer Frau namens Charlotte. Fasziniert taucht sie in Charlottes Geschichte ein und findet Parallelen zu ihrem eigenen Leben…Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover; ein gut passender Buchtitel (der englische gefällt mir aber noch besser).Es werden parallel zwei Geschichten erzählt, einerseits die von Charlotte in 1912 und andererseits die von Gwen in der Gegenwart. Der Wechsel der Zeiten ist gut angegeben. Das Buch wurde mit dem “Carol Award 2024” in der Kategorie “Historische Romane” ausgezeichnet.
Der Einstieg in die Geschichte fängt mit einem für Gwen – und somit für das Auktionshaus – finanziellen Desaster an, denn Gwen ist leider in ihrer noch jungen Karriere als Kunsthistorikerin ein grosser Fehler unterlaufen, indem sie Kunstwerke zu einem viel zu tiefen Preis eingeschätzt und verkauft hat. Warum hat nur niemand der anderen ihre Gutachten kontrolliert? Gwen muss sich jetzt beweisen, indem sie den Auftrag auf Longdale Manor ausführt. Lilly Benderly, die Besitzerin, ist eine sehr liebenswürdige ältere Dame. Ihr Enkel, David, macht auch gleich einen guten Eindruck (bei Gwen und bei mir!).Das einleitend erwähnte Tagebuch führt die Leser:in hundert Jahre zurück in die Vergangenheit. Interessant war dabei zu beobachten, dass damals und auch heute die gleichen Unsicherheiten in Beziehungen vorliegen und leider oftmals Vermutungen als Wahrheit angenommen werden, ohne das Thema zu diskutieren.
Der Glaube ist in beiden Geschichten sehr präsent – das hat mir sehr gut gefallen. Vergebung (schwierig!), Zweifel im Glaubensleben, Familie und Liebe waren für mich die Hauptthemen. Die Vorstellung, ein so altes Tagebuch von jemandem zu lesen, der selbst auf diesem Anwesen gelebt hat, ist sehr speziell. Ich hatte das Gefühl, dass ein Fenster in die Vergangenheit geöffnet wurde. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und ich vergebe gerne 4 Sterne.
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