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Bewertungen
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von zeilen_drama (Veröffentlicht am 08.02.2026)
Nie wieder ist jetzt
Diesmal erzählt die Autorin im Vorwort, daß sie auf einen Bericht zur Verlegung eines „Stolpersteines“ für die damalige Dorfhebamme, aufmerksam wurde.
Im Nachgang der Gedenkfeier, nahm sie Kontakt mit der Enkelin der Verstorbenen auf. Dies war der Beginn einer eifrigen Recherche und Befragung nach Therese Mühlberger.
Dieser Roman ist also keine Fiktion sondern ein erschütterndes Familienporträt, in dem sie die Enkelin auf die Suche nach ihrer Großmutter begleitet.
Der abgebildete Stammbaum auf der ersten Seite spiegelt die intensive Recherche wieder. Über vier Generationen ist die Familie Mühlberger dargestellt. Die Vielzahl der damals üblichen Kinderschar, belegt mit Geburts-und Sterbejahr, hat es nicht sicher nicht einfacher gemacht.
Im ersten Viertel des Buches fühlte ich mich tatsächlich überfordert von all den Namen, Beziehungen zueinander und Ereignissen, die oft auf den Tag genau wiedergegeben werden.
Sobald dann aber der Lebensweg der Großmutter wiedergegeben wird, ist alles klarer. Nach und nach erahnt der Leser, der sich mit der NS-Zeit beschäftigt hat, wohin es hinauslaufen wird.
Ohne spoilern zu wollen, ein Happyend hat es wohl damals seltenst gegeben. Aber anhand dieser Biografie, die kein Einzelschicksal ist, begreift man den Sog eines Regimes. Wie „einfach“ wurden Angehörige mit Lügen in eine Ohnmacht geleitet, die sie zwang, zu akzeptieren und zu resignieren um sich selbst zu retten.
Ein starkes Buch, das ein immer noch unaufgearbeitetes Thema ins Hier und Heute trägt und die deutliche Warnung wiedergibt: NIE WIEDER IST JETZT! -
von Angela (Veröffentlicht am 01.02.2026)
Nie wieder
In diesem Buch geht es um die Geschichte von der Hebamme Therese Mühlberger. Es ist eine wahre Geschichte, Helene Leitner recherchiert mit viel Fleiß, ausgelöst durch die ausweichenden Antworten durch Angehörige in Reit im Winkel. Roswitha Gruber als Schriftstellerin gelingt es, uns in dieses Leben und in die Zeit von damals mit hinein zu nehmen. Helene ist die Enkeltochter von Therese Mühlberger und sie findet Antworten, die beim Lesen dieses Buches tief erschüttern. Therese lebte unter einfachen Bedingungen und doch war sie klug, fleißig und hatte ein großes Herz für Menschen in Not. Vielen jungen Mädchen war es nicht vergönnt, eine Ausbildung zu machen. Sie mussten schon früh arbeiten gehen, obwohl sie selbst noch Kinder waren. Oft waren sie Kostgänger auf anderen Bauernhöfen. Essen und Unterkunft war frei und sie erhielten nur ein kleines Taschengeld. Sie wurden so auf die Ehe vorbereitet und Ziel war ein guter Ehemann und viele Kinder. Therese hat sich zunächst bewusst dagegen entschieden und hatte eine liebevolle Mutter an ihrer Seite, die bereit war diesen Weg zu unterstützen. Sie wurde zunächst Krankenschwester, später an der Seite einer erfahrenen Hebamme Geburtshelferin. Als sie aus Altersgründen aufgehört hat, übernimmt Therese die Stelle als leitende Hebamme. Sie wird von allen respektiert und geachtet. Als sie schwer krank wird, erlebt sie die volle Härte und Grausamkeit des NS Regimes. Für ihren geliebten Mann, die kleine Tochter und ihre Eltern ein Alptraum. Dieses Buch hat eine klare Botschaft: Nie wieder! Ihr dürft nicht vergessen! Ich möchte mich dem von ganzem Herzen anschließen! -
von LisaDi (Veröffentlicht am 18.01.2026)
Eine Familiengeschichte voller Schmerz und Mut
Dieses Buch hat mich mehr berührt, als ich erwartet hätte. Beim Lesen hatte ich oft einen Kloß im Hals, manchmal musste ich das Buch kurz weglegen, weil es so nahe ging. Es fühlt sich nicht an wie ein Sachbuch oder ein historischer Bericht, sondern wie das Erzählen einer Familiengeschichte, die viel zu lange verschwiegen wurde.
Ich konnte die Fragen der Enkelin so gut nachvollziehen: dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt, dass da eine Lücke ist, über die niemand sprechen will. Die Suche nach der Wahrheit über die eigene Großmutter ist schmerzhaft, aber auch mutig. Genau diese Ehrlichkeit macht das Buch für mich so besonders.
Was mich am meisten bewegt hat, ist die Erkenntnis, wie sehr Schweigen verletzen kann, über Generationen hinweg. Dieses Buch gibt einer Frau eine Stimme zurück, die man ihr genommen hat, und das hat mich tief beeindruckt.
Ich habe das Buch nicht einfach gelesen, ich habe es miterlebt. Es hat mich nachdenklich gemacht und begleitet mich noch immer. Für mich ein sehr wichtiges, menschliches Buch, das zeigt, warum Erinnern so notwendig ist und wie sehr Wahrheit heilen kann.
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von Sara (Veröffentlicht am 15.01.2026)
„Aufwühlend, aufschlussreich, beeindruckend“
Die Lebensgeschichte „Die verheimlichte Großmutter“ von Roswitha Gruber enthält
wichtige Stationen und Erlebnisse der bereits verstorbenen Hebamme Therese
Mühlberger. Auf ihre Geschichte ist sie durch einen der so genannten „Stolpersteine“
aufmerksam geworden, die an die Opfer der Dritten Reiches erinnern sollen. Durch
hervorragende Recherche vonseiten der Autorin, sowie der Aufarbeitung von Thereses
Enkelin, Helene, vielen Erzählungen der Familie, Bekannten und wertvollen
Informationen aus Tauf- und Sterbebüchern gelang es ihr, den Lebensbericht dieser
außergewöhnlichen und nahezu in Vergessenheit geratenen Person zu verfassen.
Therese Mühlberger, geboren im Jahre 1898, erlebte eine Kindheit in Armut, wurde aber
dennoch in einer liebevollen Familie groß. Früh während des ersten Weltkrieges half sie
im Krankenhaus mit und wurde schließlich Krankenschwester. Durch die
Zusammenarbeit mit einer alten Dorfhebamme wuchs in ihr der Wunsch, selbst
Hebamme zu werden. Nachdem sie 6 Jahre sehr erfolgreich und voller Hingabe in
diesem Beruf gearbeitet hat, traf sie ein Schicksalsschlag und damit ein großes
Geheimnis, das zur Zeit des Zweiten Weltkrieges und darüber hinaus zu verschweigen
versucht wurde.
Die Autorin deckt mit viel Fingerspitzengefühl nach und nach diese Erlebnisse auf und
beweist, wie wichtig es ist, das Schweigen zu durchbrechen und an die Menschen, die
auf grausame Weise ihr Leben lassen mussten, zu erinnern. Einzig und allein die
Aspekte eines lebendigen Glaubens fehlen mir bei diesem Buch aus dem christlichen
Verlag, aber das war wahrscheinlich zu dieser dunklen Zeit und aufgrund der Biografie
nicht gegeben.
Das Leben der Therese Mühlberger, für mich selbst als Hebamme, absolut
beeindruckend und ich bin dankbar für die außergewöhnliche Arbeit der Autorin und der
oben genannten Enkelin. -
von Annislesewelt (Veröffentlicht am 14.01.2026)
Liebhaber alter Geschichten werden dieses Buch schätzen
Was für eine spannende und bewegende Geschichte, eine Geschichte, die unter die Haut geht und so oder ähnlich sicherlich mehrmals zu finden ist.
Helene macht sich auf die Suche, um mehr über Therese zu erfahren, deren Leben aufzurollen, um dadurch Antworten zu finden, wobei sie Erschreckendes zu Tage bringt.
Durch das Lesen dieser Erzählung erfährt man viel über das alltägliche Leben der früheren Zeiten, und manches klingt in den heutigen Ohren sehr fremd. Spannend waren vor allem die Einblicke in die Tätigkeiten einer Dorfhebamme.
Der Schreibstil ist angenehm, die Erzählung eher unaufgeregt und still, doch sie lässt sich gut lesen. Mir war manches zu detailliert beschrieben, weshalb ich einige Absätze nur überflogen habe, anderes hätte wiederum genauer berichtet werden können, da fehlte mir etwas. Im Großen und Ganzen fand ich Thereses Leben wirklich interessant, wohingegen mich Helenes nicht so ganz fesseln konnte.
Doch Liebhaber alter Geschichten werden dieses Buch lieben. Hier taucht man ab in den Alltag längst verflossener Jahre mit all seinen Höhen und Tiefen, den tatkräftigen und mutigen Menschen, alten Regeln und Gebräuchen sowie vergessenen Traditionen.
"Die verheimlichte Großmutter" ist ein besonderes Werk und ich kann es von Herzen empfehlen. -
von Regina (Veröffentlicht am 04.01.2026)
keiner sollte in Vergessenheit geraten
Die Geschichte von der Hebamme Therese Mühlberger hat mich sehr gepackt. Ich finde es faszinierend, wie der Lebensbericht einer Familie über mehrere Generationen nicht verloren geht, sondern durch verschiedene Aufzeichnungen und Zeitzeugen weitergegeben wird.
Es hat mich persönlich sehr getroffen zu lesen, wie mit Menschen umgegangen wurde, die krank waren und deshalb kein alltägliches Leben führen konnten. Wie sie als minderwertig abgestempelt und nicht für lebensfähig gehalten wurden.
Es ist mir einfach unbegreiflich, wie andere Menschen über das Leben anderer so entscheiden konnten. Die Gräueltaten, die damals verübt wurden, machen mich einfach nur sprachlos.
Deshalb finde ich es unglaublich schön und bemerkenswert, wie die Geschichte von Therese Mühlberger nicht in Vergessenheit geraten ist und mit der Hilfe ihrer Enkelin und Roswitha Gruber zu Papier gebracht wurde.
Die Schreibweise ist einfach und man kann dem Geschehen leicht folgen. Man erhält unglaublich viele und detailreiche Informationen über die Familie Mühlberger, die einem während dem Lesen sehr ans Herz wachsen.
Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch. Ich persönlich finde es sehr lobenswert, dass die Geschichten über längst Verstorbene nicht in Vergessenheit geraten und ihr Leben auf diese Weise geehrt wird. Ein herausfordernder und inspirierender Lebensbericht.
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