Revolutionäre des Glaubens

Die unerhörte Geschichte der Schweizer Täufer

(Buch - Klappenbroschur)

500 Jahre Täuferbewegung: Die Täufer prägten Gesellschaft und Glauben, forderten Toleranz und die Trennung von Staat und Religion. Ihr Mut machte sie zu Vordenkern, die Widerstand entfachten und ins Exil gezwungen wurden. Das Buch lässt ihre Geschichte lebendig werden – und zeigt ihre Relevanz heute.

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Details

    • Erscheinungstermin:
      25.02.2025
    • Verlag:
    • Artikel-Nr.:
      204293000
    • ISBN:
      9783038482932
    • Sachgebiet:
      Zeitgeschehen/Geschichte
    • Seitenzahl:
      216 S.
    • Hinweise:
      Mit zahlreichen Abbildungen
    • Maße:
      13 x 20,5 x 1,7 cm
    • Gewicht:
      364g
  • Dieses Produkt ist preisgebunden:
    Ja
  • Angaben zum Hersteller nach GPSR:
    Fontis AG
    Steinentorstr. 23
    4010 BASEL
    SCHWEIZ

Bewertungen

  • 4/5 Sterne

    Historisch fundiert & relevant für heute!

    Heutzutage ist es selbstverständlich, dass sich Einzelne und Familien aufgrund persönlicher Überzeugungen für eine Taufform entscheiden dürfen, genauso wie die Wahl von Kirchen- und Gottesdienstform allen freisteht und keine staatlichen Repressalien nach sich ziehen darf.
    Doch mitten in Europa, in idyllischen Schweizer Ortschaften, erlebten die Täufer genau das: Ihre Sehnsucht nach einer authentischen, bibelnahen Glaubensform verunsicherte die Zürcher Regierung, die eine institutionalisierte Form des reformierten Glaubens vertrat. Es folgten Wellen von Unterdrückung und brutaler Gewalt gegen die (pazifistischen!) Täufer.

    Zum 500. Jubiläum dieser mutigen und standhaften Bewegung legt Christian Scheidegger eine historisch fundierte, gut verständliche Aufarbeitung ihrer Geschichte vor. Anhand historischer Quellen (in sehr guter Qualität auch im Buch zu bestaunen) zeichnet er das Bild einer lebendigen, vernetzten und doch auch heterogenen Gemeinschaft nach, die um ihres Glaubens willen viele Kämpfe ausfocht. Diese machten sie, so der Autor, zu Wegbereitern des Toleranzgedankens. Die Trennung von Staat und Religion gilt heute als Verdienst religionskritischer Aufklärer, aber die Quellen zeigen, dass bereits die Täufer dies forderten.

    Damit setzt der Autor auch ein geschichtswissenschaftliches Statement: Nicht nur die Ideen elitärer Denker schrieben Geschichte & sollten studiert werden, sondern auch die 'kleinen Leute', deren Lebenszeugnis den Zeitgeist herausforderte.
    Das Buch endet mit einer Reflexion über das heutige Verhältnis zwischen Staat, Kirche(n) und Glaubenspraxis, pointiert formuliert und mit überraschenden, bewegenden Einsichten.

    Auch mich als Nicht-Historikerin hat das Buch abgeholt und begeistert! Die inhaltliche Tiefe, aber auch die sprachliche Qualität und die Relevanz der weiterführenden Gedanken haben mich beeindruckt. Einen kleinen Abzug gibt es für Struktur & Storytelling, da hätte ich mir etwas mehr Leserführung gewünscht. Dennoch eine sehr wertvolle & klar zu empfehlende Lektüre!
  • 4/5 Sterne

    Bestens recherchierte Historie der Schweizer Täuferbewegung

    Christian Scheidegger nimmt den Leser in „Revolutionäre des Glaubens“ zunächst mit in die frühen Anfänge des 16. Jahrhunderts. Er zeigt das Aufbrechen der herkömmlichen Kirchenstrukturen zur Zeit der Reformation auf, als Kirche und Staat noch eng miteinander verknüpft waren. Es wird die aufkommende Täuferbewegung und das aufrichtige Ringen vieler Personen, die in der Bibel selbst die Grundlagen ihres Glaubens suchten, aufgezeigt. Auch welche Intoleranz gegenüber denen herrschte, die das häufig korrupte System von Kirche und Staat in Frage stellten. Gut recherchiert wird der Verlauf der Geschichte der Täufer hauptsächlich in der Schweiz beschrieben. Wie sich bereits 1530 die Gefängnisse mit ihnen füllten, die leidvolle Geschichte weiterging, mit ihrer Ermordung, Vertreibung und auch der Enteignung täuferischen Vermögens, um alles zu versuchen, die Täufer von ihrem Glauben abzubringen. Viele Männer und Frauen standen treu zu ihrem Glauben, trotz des Drucks, der ihnen auferlegt wurde.
    Das Buch zeigt das hohe Maß der Kenntnis des Autors mit der Kirchengeschichte und der Täuferbewegung. Es ist ein Buch, das die Geschichte auf wissenschaftlichem Niveau aufarbeitet und am Ende zur Diskussion anregt, wie heute Kirche und Staat und andere neben ihr bestehenden Religionsgemeinschaften pluralistisch nebeneinander existieren und wie sie sich gegenseitig beeinflussen oder auch distanzieren können. Das Buch ist eine Bereicherung für alle, die sich intensiv mit der Geschichte der Schweizer Täuferbewegung auseinandersetzen möchten.
  • 4/5 Sterne

    Bereit für ihre Überzeugung zu sterben

    Wie kann es sein, dass Christen andere Christen grausam hinrichten – und dabei noch glauben, im Namen Gottes zu handeln? Diese Frage stellt sich beim Lesen dieses Buches über die Täufer im 16. Jahrhundert. Besonders erschütternd ist, wie Reformatoren, die selbst erst kurz zuvor gegen die Staatskirche aufbegehren, nun mit Härte gegen Andersgläubige vorgehen.

    Das Buch erzählt eindrucksvoll von mutigen Männern und Frauen, die wegen ihres Glaubens verfolgt, eingesperrt, verbannt oder gar getötet werden. Trotz aller Grausamkeit breitet sich die Bewegung rasant aus.

    Der Autor kennt die Geschichte der Schweizer Täufer sehr gut. Er zeichnet jedoch keine ausführlichen Biografien der Märtyrer, sondern zeigt die historischen Entwicklungen anhand prägender Persönlichkeiten und Ereignisse. Wer also nur auf fesselnde Lebensgeschichten hofft, könnte etwas enttäuscht sein. Stattdessen bietet das eher wissenschaftlich gehaltene Buch wertvolles historisches Wissen über den couragierten Einsatz der Täufer für die Freiheit, selbst zu entscheiden, was sie glauben. Doch es enthält auch einige spannende Geschichten, die teilweise so außergewöhnlich sind, dass sie sich lesen wie ein Roman.

    Der Autor beschreibt Lebensläufe, zitiert Quellen, fügt passende Bibelstellen hinzu, und veranschaulicht das Gesagte mit abgedruckten Bildern. Er ist davon überzeugt, dass die Erfahrungen dieser Menschen für unsere Zeit wichtig und relevant sind, denn Religionsfreiheit und Toleranz sind auch heute wichtige Themen.

    Der Text ist zwar anspruchsvoll und manchmal wegen der vielen Namen schwer zu folgen, aber die geschilderten Schicksale berühren und fesseln. Obwohl der Autor Sympathie für die Täufer zeigt, verschweigt er nicht ihre Fehler, wodurch das Buch ausgewogen und glaubwürdig wirkt.

    Fazit: Ein lesenswertes und bewegendes Buch über eine oft vergessene Glaubensbewegung, das von Menschen erzählt, die bereit sind, ihren Besitz, ihre Familie und sogar ihr Leben für ihren Glauben hinzugeben. Es regt zum Nachdenken über Einigkeit und Streitigkeiten unter Christen an, über Toleranz und Religionsfreiheit. Empfehlenswert für alle, die sich für Geschichte und für mutige Menschen mit Überzeugung interessieren.
  • 4/5 Sterne

    Sehr infornativ

    „...All dies führte zum Entschluss, dieses populärwissenschaftliche Buch über die Geschichte der Schweizer Täuferinnen und Täufer zu schreiben und darin auch Gegenwartsfragen zu berücksichtigen. Ich hoffe, dass die Leserinnen und Leser viel über die Täufer erfahren und zum Nachdenken angeregt werden...“

    Spätestens mit diesen Zeilen aus dm Vorwort des Autors war mir klar, dass ich ein Sachbuch vor mir liegen habe. Dementsprechend ist der meist berichtende Schriftstil passend. Der Autor weist darauf hin, dass es verschiedene Täuferbewegungen in Europa gab, er sich aber auf die Schweizer Täufer konzentriert.
    Ausgangspunkt ist die Reformation in der Schweiz durch Zwingli, beginnend 1519. Doch ähnlich wie Luther ordnete sich Zwnigli bald auch der weltlichen Obrigkeit unter. An der Basis machte sich Unmut breit.

    „...Sie waren frustriert über das taktierende und schonende Vorgehen des Reformators und des Magistrats. Zu lange schon warteten sie auf eine Übertragung der biblischen Lehre ins Leben...“

    Die Täuferbewegung in Zürich nahm schnell Fahrt auf. Zwei Schwerpunkte trennten sie von der Reformation. Das war zu einen der Verzicht auf die Säuglingstaufe und das Einführen einer sogenannten Bekentnistaufe, zum anderen die strikte Trennung von Kirche und Staat.

    „...Die Täufer waren im Alltag der Menschen präsent. Sie brachten die Kirche damals einfach in die Stuben der Leute, wo sie aus dem Neuen Testament vorlasen, beteten und den Tisch des Herrn (das Abendmahl) aufrichteten...“

    Damit stießen sie schnell auf erbitterten Widerstand der etablierten Kirchen. Es kam zu Verfolgungen. Der Weg der Täufer führte in die Untergrundkirche. Das wird im Buch anschaulich und ausführlich dargelegt.

    „...Viele Täufergemeinden konnten nicht zuletzt deshalb überleben, weil die örtliche Bevölkerung wenig Interesse an der Verfolgung zeigte...“

    Das betraf vor allem die Ostschweiz. In Zürich ging man wesentlich radikaler vor. Der Pazifismus der Täufer war den Herrschenden ebenfalls ein Dorn im Auge. Der Autor geht davon aus, dass es den Täufern um ein Restitution der Kirche in ihrer ursprünglichen Art ging.
    Immer wieder weist der Autor darauf hin, welche Grundlagen der Täuferbewegung Folgen bis in die Gegenwart haben. Dabei geht es um die Trennung der Kirche vom Staat und Fragen der Toleranz und des persönlichen Glaubens.
    Einige Zitate aus der Bibel ergänzen die Ausführungen. Eingefügt sind außerdem Bilder und historische Schriften über die Ereignisse.
    Das Buch ist sehr informativ. Wer allerdings eine Art Roman erwartet, ist hier definitiv falsch. Es geht um sachliche Darstellung der Entwicklungen und Zusammenhänge.
  • 3/5 Sterne

    Leider nicht lebendig

    Das Buch „Revolutionäre des Glaubens“ von Christian Scheidegger geht um die Täuferbewegung in der Schweiz und die Resultate daraus für uns und unser Kirche heute. Der Buchrücken macht Lust das Buch zu lesen und schreibt „Das Buch lässt die Geschichte der Schweizer Täufer lebendig werden- und zeigt die Relevanz heute.“ Dadurch hatte ich erwartet, dass das Buch eher praktisch geschrieben ist und vielleicht eher Biographisch. Doch leider war dies nicht der Fall. Das Buch ist ein Kirchengeschichtsbuch und wirft mit vielen Fachbegriffen um sich, die man nicht alle versteht. Dadurch macht es das Lesen leider schwerer. Wenn man sich schon viel mit dem Thema beschäftigt hat und extrem viel Freude an Kirchengeschichte hat, dann ist das Buch vielleicht etwas für einen.
    Für mich war das Buch leider nicht praktisch geschrieben, sondern sehr theoretisch.
    Eine Sache, die ich gut fand war, dass die Geschichte mit Bibelstellen verknüpft wurde und es so spannender war. Auch die letzten Kapitel waren etwas spannender, als die ersten.

    Für mich war das Buch leider nichts, ich könnte mir aber vorstellen, dass Personen, die es mehr lieben theoretische Bücher zu lesen es etwas sein kann.
    Das Buch gibt schon auch einen guten Überblick über die Geschichte, aber unter lebendig verstehe ich persönlich etwas anderes.
  • 3/5 Sterne

    Spannendes Thema

    Das Thema des Buches ist sehr spannend und der Titel lädt richtig zum Lesen ein!

    Scheidegger bietet einen ausführlichen Überblick über die inspirierende Geschichte der Täuferbewegung in der Schweiz. Er nennt viele Fakten und es sind auch einige Abbildungen im Buch.

    Leider war das Buch für mich sehr langatmig. Auch habe ich mir etwas anderes darunter vorgestellt, wenn auf dem Buchrücken steht, dass die Geschichte der Schweizer Täufer lebendig gemacht wird.

    Wer sich gerne mit Kirchengeschichte befasst, der wird Freude an dem Buch haben. Aber wer sich erhofft, ein Buch zu lesen, was einer Biographie gleicht wird meiner Meinung nach eher enttäuscht.
  • 3/5 Sterne

    Die Schweizer Täufer

    Der Täufer Menno Simon war mir bereits ein Begriff. Auch das Spektakel um Hofmann in Münster. Dagegen war mit die Bewegung der Täufer und dessen Geschichte in der Schweiz neu.

    Scheideggers These im Buch ist, dass im Grunde der Gedanke der Toleranz, das Gut der Religionsfreiheit und die Trennung von Kirche und Staat unter anderem auf die Täufer zurückgehen. Dies kann er gut belegen und untermauern.

    Scheidegger bleibt bei der geschichtlichen Darstellung aber nicht stehen. Er hält immer wieder inne und schlägt Brücken in die Gegenwart. Am Ende des Buches findet die Anwendung ihren Höhepunkt, wie Kirche und Staat heute zu sehen sind.

    Das Buch ist mit 24 farbigen Abbildungen versehen - passende Zeugnisse zu den Täufern.

    Ich konnte beim Lesen einiges neues erfahren, auch wenn es immer langatmig und für mich zu zäh war.
  • Starke Geschichte, Evangelium leider zu kurz

    Spannend erzählt und ziemlich eindrücklich, wie viel die Täufer damals für den Glauben und gegen die Irrlehre der Landeskirchen gekämpft haben – Verfolgung, Gefängnis, sogar den Tod. Das fordert echt heraus und zeigt, wie ernst sie das alles genommen haben. Gerade das sollten wir uns heute zu Herzen nehmen. Schade ist nur, dass das Evangelium – das eigentlich das Zentrum der Reformation war – etwas in den Hintergrund rückt. Da wäre mehr Tiefe drin gewesen. Trotzdem: ein wichtiges Buch, das zum Nachdenken anregt.
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